Heine: »Denk ich an Deutschland in der Nacht. ..«

Heine: »Denk ich an Deutschland in der Nacht. ..«
Heine: »Denk ich an Deutschland in der Nacht. ..«
 
Heinrich Heine gilt als einer der größten deutschen Dichter. Das Verhältnis zu seinem Geburtsland Deutschland war dabei immer schwierig. Fast die Hälfte seines Lebens verbrachte Heine in Frankreich, wohin er sich, Sohn eines wohlhabenden Textilhändlers aus Düsseldorf, im Jahr 1831 nach immer größerer Bedrängnis durch die politische Zensur in Deutschland begeben hatte. Schnell fand er in seinem Gastland Anschluss an die politische und kulturelle Szene. Heine, der sich als Mittler zwischen Deutschland und Frankreich verstand, war nach einem Zusammenbruch ab 1848 an seine »Matratzengruft« gefesselt. Er starb am 17.02.1856 in Paris, wo er auf dem Friedhof Montmartre seine letzte Ruhe fand.
 
 Das Leben des Heinrich Heine
 
Sohn eines wohlhabenden Textilkaufmanns
 
Heinrich (Christian Johann) Heine kam am 13.12.1797 in Düsseldorf als Sohn eines wohlhabenden Textilkaufmanns zur Welt. Bis 1825 trug er den Vornamen Harry. Er war das älteste von vier Kindern. Seine Kinder- und Jugendjahre waren geprägt von seinem weltoffenen Elternhaus und einer sorgfältigen Schulbildung. Bis etwa 1815 besuchte Heinrich Heine das Gymnasium. Zudem erhielt er Privatunterricht. Beim späteren Besuch einer Handelsschule lernte er Englisch, auch mit dem Jiddischen und mit Grundzügen des Hebräischen war er vertraut. Heines berufliche Ausbildung begann 1815. Er machte kurze Volontariate in Frankfurt am Main bei einem Bankhaus und einem Gewürzhändler. Von 1816 bis 1819 hielt sich Heine in Hamburg auf. Dort begann er eine Lehre in der Bank seines Onkels Salomon. Mit dessen Hilfe eröffnete er 1818 ein Manufakturwarengeschäft. Durch das Verhalten seines Vaters, der Wechsel auf den Sohn und damit auf den vermögenden Onkel ausstellte, um sein Geschäft zu retten, scheiterte dieser geschäftliche Ansatz des jungen Heine — wie die Firma des Vaters — im Jahr 1819.
 
Studium und frühe Werke
 
1819 begann er mit finanzieller Unterstützung des Onkels ein Jurastudium, das er schließlich im Juli 1825 mit der Promotion abschloss. Zunächst studierte Heine in Bonn, wo er neben den juristischen auch die Vorlesungen zur deutschen Geschichte und Literatur besuchte. Die Kommilitonen lernten ihn als geistreichen Spötter kennen. Heine begann mit dem historischen Drama »Almansor«, an dem er auch weiterarbeitete, als er im Winter 1820/21 nach Göttingen wechselte. Auch dort beschäftigte er sich neben der Rechtswissenschaft intensiv mit Literatur und Geschichte. Shakespeare und Herder gehörten zu seiner Lektüre. Aus antisemitischen Gründen wurde Heine in Göttingen aus der Burschenschaft ausgeschlossen. Als zudem — wegen eines Duells — auch noch eine befristete Ausschließung vom Studium verhängt wurde, verließ er die Stadt und ging vom Sommer 1821 bis 1823 nach Berlin. An der dortigen Universität hörte er Vorlesungen bei Hegel zu dessen Betrachtung der Welthistorie, was ihn nachhaltig prägte. Heine wurde zudem Mitglied im »Verein für Kultur und Wissenschaft der Juden«, der sich um eine nationaljüdische Geschichtsschreibung bemühte. Ferner fand er Anschluss an das literarische Leben der Stadt, er lernte Meyerbeer, Hegel, Chamisso, Alexander von Humboldt, E. T. A. Hoffmann, Grabbe und Fouqué kennen. 1822 veröffentlichte Heine sein erstes Buch »Gedichte«. Im Januar 1824 ging er dann nach Göttingen zurück. Im selben Jahr besuchte Heine Goethe. Am 28.06.1825 ließ sich Heine taufen und blieb bis 1840 in der protestantischen Kirche. Ein Motiv dafür dürften auch die verbesserten Berufsaussichten gewesen sein, die er damit verbunden glaubte. Allerdings schaffte er es in den sechs Jahren nach seiner Promotion nicht, im Staatsdienst oder in einer Advokatur unterzukommen.
 
Begegnung mit Julius Campe
 
Dafür traf er Anfang 1826 in Hamburg den Verleger Julius Campe, dessen Verlag im Laufe der Jahre zu einem der wichtigsten Repräsentanten der aktuellen Literatur wurde. Im Frühjahr erschien bei Campe Heines erster »Reisebilder«-Band. Zum Verleger entwickelte sich eine langjährige, wenn auch nicht spannungsfreie Freundschaft. Bald folgte der zweite »Reisebilder«-Band, der seinen Autor mit der Mischung aus Gedichten und Prosatexten bekannt machte. 1827 erschien zudem das »Buch der Lieder«. Von April bis August 1827 unternahm Heine eine Reise nach London und Südostengland. Von der damals größten Stadt der Welt war er allerdings sehr enttäuscht. Die moderne Industriewelt stieß ihn ab, in ihm verfestigte sich das Bild vom Engländer als einem langweiligen, egoistischen »Maschinenmenschen«. Im Herbst 1827 ging Heine nach München, um bei Cotta die Redaktion der »Neuen allgemeinen politischen Annalen« zu übernehmen. Hier veröffentlichte er Impressionen seiner Englandeindrücke, die wegen ihres liberalen Grundtons dazu führten, dass er eine angestrebte Professorenstelle (für deutsche Literatur des Mittelalters) nicht bekam. Von August bis Dezember 1828 bereiste Heine Italien, wo er sich in Verona, Mailand, Genua, Pisa, Bagni di Lucca, Florenz, Bologna und Venedig aufhielt. Auch die Eindrücke dieser Reise veröffentlichte er — unter dem Titel »Reise von München nach Genua« — in den Annalen. Die wurden dann allerdings wenig später eingestellt. Etwa zur gleichen Zeit starb Heines Vater. Heine verließ München und ging über Berlin und Potsdam wieder nach Hamburg. Dort vollendete er seinen dritten »Reisebilder«-Band, in dem er sich als scharfer Polemiker erwies, der August Graf von Platen-Hallermünde wegen dessen antisemitischer Äußerungen anprangerte. Heine begrüßte die Julirevolution von 1830 und betonte in seinem vierten »Reisebilder«-Band die Bedeutung von Freiheit und Gleichheit. Durch kritische Vor- und Schlussworte kam er dabei in die Gefahr, von der Zensur belangt zu werden.
 
Emigration nach Paris
 
Im Mai 1831 entschied sich Heine dann endgültig, Deutschland zu verlassen. Er ging als Korrespondent der Augsburger »Allgemeinen Zeitung« nach Paris. Dort wurde er in nur zehn Jahren zu einer wichtigen und anerkannten Autorität, die bei den Künstlern und auch im gesellschaftlich-politischen Leben Frankreichs Anerkennung fand. Sehr hilfreich war ihm dabei der Eindruck, den er vermittelte, dass er nämlich die deutsche und die französische Sprache gleichermaßen beherrschte. Ganz so war es aber nicht. Sein gesprochenes Französisch war zwar fließend, aber eben nicht fehlerfrei, seine literarischen Werke verfasste er weiterhin in Deutsch, um sie dann von einem, später im Buch nicht erwähnten Übersetzer, bearbeiten zu lassen, dessen Vorlage er schließlich redigierte. Heine kam in seinen Anfangsjahren in Paris in Kontakt mit den Kreisen jüdischer Bankiers, die mit seiner Familie befreundet waren und schloss Freundschaften mit vielen Republikanern, die nach Paris geflohen waren. Er verkehrte in den Salons von Nanette Valentin und Sophie Leo, auch bei den Rothschilds war er zu Gast.
 
Anschluss an die kulturelle und politische Szene in Frankreich
 
Durch seine Arbeit bei der Zeitung fand er Anschluss an die literarische Szene, und auch zum Pariser Musikleben hatte er engen Kontakt. Er traf Mendelssohn, Liszt, Wagner, Offenbach, Rossini und Chopin. Politisch begeisterte er sich für den Sozialismus der Saint-Simonisten, die die Ausbeutung des Menschen beseitigen wollten. Auch zu dieser wichtigen politischen Gruppe hielt er engen Kontakt. Heine traf insgesamt auf ein großes Interesse der französischen Intellektuellen an Deutschland. Er wollte Mittler zwischen beiden Nationen sein. Immer mehr wurde er in die französische Literaturszene eingebunden, er veröffentlichte bei französischen Verlagen und befreundete sich mit Balzac, George Sand und Henri Dumas d. Ä. Zudem lernte Heine seine spätere Frau Crescence Eugénie Mirat kennen, die er im Jahr 1841 heiratete. Die Mittlerrolle Heines zeigt sich auch in seiner Prosa aus jener Zeit. Er wollte gegen die falschen Vorurteile, die in beiden Nationen von der jeweils anderen bestanden, durch Aufklärung und Information anschreiben. Für Deutschland bestimmt waren dabei zum Beispiel die Feuilletons »Französische Maler«, die politische Gemäldebeschreibungen darstellen. Sie entstanden 1831 und wurden in den ersten der vier »Salon«-Bände, die zwischen 1834 und 1840 erschienen, eingegliedert. Als Journalist berichtete Heine in den Artikeln »Französische Zustände« 1831/32 kritisch über das neu entstandene Bürgerkönigtum. Als Mittler gegenüber Frankreich zeigen ihn Schriften wie »Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland«.
 
Verschärfung der Zensur in Deutschland
 
In Deutschland allerdings wurde gegen Heine die Zensur verschärft: Metternich erreichte durch das Bundesverbot (10.12.1835), dass es in den Einzelstaaten, vor allem in Preußen, zu einer Verschärfung der Zensur gegen Heine kam. Das hatte für Heine auch erhebliche materielle Folgen, denn Preußen war das Hauptabsatzgebiet seiner Werke. Heine wurde ab Mitte/Ende der 1830er-Jahre dann in erheblichem Maße vom französischen Außenministerium finanziell unterstützt. In dieser Zeit hatte Heine auch großen Erfolg mit seinem bereits 1827 verfassten »Buch der Lieder«. Immer wieder setzte sich Heine mit Deutschland und der Zensur auseinander. In den »Französischen Zuständen« äußerte er sich kritisch über Preußen, gegen den nationalistischen Menzel polemisierte er in »Über den Denunzianten«. 1838 konnte ein fertig gestellter Lyrikband nicht erscheinen, da dem Verlag das Werk als zu frivol erschien. Ab 1840 arbeitete Heine dann wieder als Berichterstatter für deutsche Zeitungen. Dabei berichtete er auch über einen neuen Flügel der Sozialisten, die Kommunisten, die er einerseits hoch lobte, andererseits in den Zusammenhang einer proletarischen Herrschaft stellte, die er nur für vorübergehend ansah. Zu dieser Zeit entstand auch seine Freundschaft mit Karl Marx. Scharfe Kritik übte Heine an der deutschen nationalen Opposition, die er in seinem Versepos »Atta Troll« mit den Mitteln der Satire als rückständig bloßstellte. Zwischen 1835 und 1843/44 zeigte sich dann eine Tendenz bei Heine, dass er zwar vom mondänen Paris sich angezogen fühlte, trotzdem aber auch eine Sehnsucht nach dem stillen, ruhigen Deutschland empfand. 1843/44 reiste Heine wieder einmal nach Deutschland und verarbeitete die Eindrücke dieser Reise in »Deutschland, ein Wintermärchen« (1844). Darin übte er in Versform beißende Kritik an den Zuständen in seinem Geburtsland. Im Dezember 1844 starb Heines Onkel und es kam zu einer scharfen erbrechtlichen Auseinandersetzung, in deren Verlauf Heine zusichern musste, Familienmitglieder in seinen Veröffentlichungen nicht (mehr) zu erwähnen, um sich so die fortbestehende Zahlung der Familienpension zu sichern.
 
Gesundheitlicher Zusammenbruch und Tod
 
Im Mai 1848 kam es bei Heine zu einem körperlichen Zusammenbruch. Er wird im Allgemeinen auf eine amyathrophische Lateralsklerose zurückgeführt, eine Muskelschwunderkrankung. Allerdings wird auch eine Nebenform der Syphilis als Ursache nicht ausgeschlossen. Immer wieder hatten sich bei Heine Krankheitssymptome gezeigt. So hatte er bereits als Student häufig Kopfschmerzen gehabt, 1832 waren Lähmungen an seiner linken Hand aufgetreten, seit 1837 war ein Augenlid gelähmt, ab Mitte der 1840er-Jahre traten Gehbehinderungen auf. Aus dem romantisch-zerrissenen jungen Mann in den 1820er-Jahren und dem heiter-ironischen Spötter der 1830er- und 1840er-Jahre war nun eine traurige Figur geworden, die ihre Tage in der »Matratzengruft« verbringen musste, oft wegen der Schmerzen unter Morphium stand und sich kaum noch bewegen konnte. Dieser Zustand hatte aber keineswegs eine Abgeklärtheit Heines zur Folge, sein Stil war, vor allem in den Gedichten, immer wieder Extremen zugeneigt und sehr bizarr. Heine wandte sich in dieser Zeit wieder der Vorstellung von einem transzendenten Gott zu, ohne sich damit allerdings einer Kirche anzunähern. Er blieb bei allem dem politischen Geschehen seiner Zeit als kritischer Beobachter verbunden und gab sarkastische Kommentare ab, als die Revolutionäre von 1848/49 (auch) in Deutschland scheiterten. 1851 hatte er großen Erfolg mit »Romanzero«, seinem dritten Buch mit Lyrik. 1854 erschien die dreibändige Ausgabe »Vermischte Schriften«, die so etwas wie einen Nachlass Heines darstellt, zumal seine Memoiren nicht über Ansätze hinauskamen. Diese Sammlung enthielt eine Gedichtfolge unter dem Titel »Gedichte. 1853 und 1854«, autobiografische Ausführungen (»Geständnisse«), einen mythologischen Essay (»Die Götter im Exil«) sowie frühere Auslandsreportagen, die Heine aktualisiert und mit satirischen Anmerkungen ergänzt hatte (»Lutezia«).
 
Die französische Übersetzung seines letzten Werkes kam im Frühjahr 1855 bei Lévy heraus unter dem Titel »Lutèce« und wurde ein sensationeller Erfolg. Seinen auch in Frankreich beginnenden Ruhm konnte Heinrich Heine allerdings nur noch kurz wahrnehmen. Am 17.02.1856 starb er in Paris, wo er auf dem Friedhof Montmartre seine letzte Ruhe fand.
 
 Das Werk des Heinrich Heine
 
Stil und Darstellungsweise
 
Heine war in seinem Werk ungeheuer vielseitig. Er begann als Lyriker und wandte sich dann mehr literarischen Zweckformen zu. Er übernahm von der Romantik das Volksliedhafte, wobei typisch für seine Lyrik ist, dass er die Erlebnisse witzig-ironisch behandelte (»romantische Ironie«). Die lyrische Subjektivität kennzeichnet ihn als Nachklassiker im Übergang zum Realismus. 1844 wandte er sich dann in seinen »Neuen Gedichten« den politischen Ereignissen seiner Zeit zu. In den 1851 erschienenen Gedichten (»Romanzero«) überwiegt eine pessimistische Grundstimmung. Franz Schubert und Robert Schumann haben viele von Heines Liedern und Balladen vertont. Nach seinem Wechsel von der Dichtung zu den literarischen Zweckformen schuf er in seinen »Reisebildern« zwischen 1826 und 1831 beispielhafte realistische Gestaltungen. Heine entwickelte einen Stil, der polemisch sein konnte, zudem witzig-pointiert und auch kritisch-entlarvend — er schuf so eine moderne, feuilletonistische Prosa. Er verfasste aber auch essayistische Schriften wie den Beitrag »Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland« von 1835 — dieser hatte das Verbot seiner Schriften in Deutschland zur Folge — oder die Darstellung »Zur Geschichte der neueren schönen Literatur in Deutschland« von 1836. Die Stilform des Versepos benutzte Heine in »Deutschland. Ein Wintermärchen« (1844) und auch in »Atta Troll. Ein Sommernachtstraum« (1847), beides Werke, in denen er die deutschen Zustände satirisch geißelte.
 
Späte Anerkennung in seinem Geburtsland
 
Die Anerkennung Heinrich Heines in seinem Geburtsland setzte erst sehr spät ein. Der zu Lebzeiten durch die Zensur Verbotene gehörte in der Zeit des Nationalsozialismus zu den »jüdisch entarteten« Dichtern und wurde als »Fremdling in der deutschen Dichtung« diffamiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich seine Aufnahme in den beiden deutschen Staaten recht unterschiedlich. In der DDR fand er Anerkennung als Vorläufer der Sozialisten und Freund von Karl Marx, eine Sichtweise, die sein Werk natürlich sehr verkürzte. In der Bundesrepublik wurde man in stärkerem Maße erst nach der Studentenrevolte von 1968 auf Heinrich Heine aufmerksam. Es wurde ein Heinrich-Heine-Preis gestiftet (1972 im Westen, bereits 1956 im Osten), in Düsseldorf wurde ein Heine-Institut gegründet und ebendort ein Denkmal Heines aufgestellt (1981, im Jahr darauf dann in Hamburg). Schließlich wurde die Universität seiner Heimatstadt Düsseldorf 1989 in Heinrich-Heine-Universität umbenannt, dies allerdings nach jahrzehntelanger, oft quälender Diskussion. Das alles zeigt das schwierige Verhältnis Deutschlands zu einem seiner größten Dichter, dessen Ausspruch »Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht« eigentlich durch die Jahrhunderte seine Aktualität nie verloren hat.
 
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| LEBEN UND WERK HEINRICH HEINES - ZEITTAFEL                                              |
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| 1797          | Heinrich (Christian Johann) Heine kommt am 13.12. in                           |
|                  | Düsseldorf als Sohn eines wohlhabenden jüdischen                               |
|                  | Textilkaufmanns zur Welt.                                                                    |
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| 1815          | Heine macht zwei kurze Volontariate in Frankfurt am Main bei                |
|                  | einem Bankhaus und einem Gewürzhändler.                                          |
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| 1816-19     | Heine hält sich in Hamburg auf, beginnt eine Lehre in der Bank               |
|                  | seines Onkels Salomon.                                                                      |
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| 1818          | Mit dessen Hilfe eröffnet er ein Manufakturwarengeschäft.                      |
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| 1819          | Das Manufakturwarengeschäft muss schließen. Heine beginnt                |
|                  | in Bonn mit finanzieller Unterstützung des Onkels ein                             |
|                  | Jurastudium.                                                                                       |
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| 1820/21     | Heine wechselt im Winter nach Göttingen. Aus antisemitischen              |
|                  | Gründen wird er aus der Burschenschaft ausgeschlossen; als                 |
|                  | zudem wegen eines Duells auch noch ein befristeter Ausschluss            |
|                  | vom Studium verhängt wird, geht er im Sommer 1821 nach Berlin.          |
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| 1821-23     | An der Universität Berlin besucht Heine Vorlesungen bei                        |
|                  | Hegel, wird Mitglied im »Verein für Kultur und Wissenschaft                    |
|                  | der Juden« und findet Anschluss an das literarische Leben der               |
|                  | Stadt.                                                                                                 |
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| 1822          | Heine veröffentlicht sein erstes Buch »Gedichte«.                                  |
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| 1823          | »Lyrisches Intermezzo« (Gedichte)                                                       |
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| 1824          | Im Januar geht er nach Göttingen zurück. Im selben Jahr besucht           |
|                  | Heine Goethe.                                                                                     |
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| 1825          | Am 28.06. lässt sich Heine taufen, im Juli schließt er sein                      |
|                  | Jura-studium mit der Promotion ab.                                                       |
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| 1826          | Anfang des Jahres trifft er in Hamburg den Verleger Julius                      |
|                  | Campe. Im Frühjahr erscheint bei Campe Heines erster                          |
|                  | »Reisebilder«-Band. Bis 1831 erscheinen insgesamt vier                        |
|                  | »Reisebilder«-Bände.                                                                           |
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| 1827          | »Buch der Lieder« (Gedichte). Von April bis August 1827                        |
|                  | unternimmt Heine eine Reise nach London und Südostengland. Im          |
|                  | Herbst geht er nach München, um bei Cotta die Redaktion der                |
|                  | »Neuen allgemeinen politischen Annalen« zu übernehmen.                     |
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| 1828          | Von August bis Dezember bereist Heine Italien. Nach Tod des                |
|                  | Onkels und Einstellung der »Annalen« verlässt er im Dezember              |
|                  | München.                                                                                           |
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| 1831          | Im Mai entscheidet sich Heine endgültig, Deutschland zu                       |
|                  | verlassen, und geht als Korrespondent der Augsburger                           |
|                  | »Allgemeinen Zeitung« nach Paris.                                                       |
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| 1834          | Der erste »Salon«-Band mit Essays und Feuilletons erscheint.               |
|                  | Bis 1840 erscheinen insgesamt vier »Salon«-Bände. »Aus den               |
|                  | Memoiren des Herrn von Schnabelewopski« (Essay)                              |
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| 1835          | Metternich erreicht durch das Bundesverbot (10.12.), dass es                 |
|                  | in den Einzelstaaten, vor allem in Preußen, zu einer                               |
|                  | Verschärfung der Zensur gegen Heine kommt.                                       |
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| 1837          | »Florentinische Nächte« (Essay), »Elementargeister«                            |
|                  | (Essay)                                                                                              |
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| 1840          | »Über Ludwig Börne. Eine Denkschrift« (Essay)                                     |
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| 1841          | Heirat mit C. E. Mirat                                                                           |
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| 1844          | »Neue Gedichte«, »Deutschland. Ein Wintermärchen«                            |
|                  | (Versepos)                                                                                          |
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| 1847          | »Atta Troll. Ein Sommernachtstraum« (Versepos)                                  |
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| 1848          | Im Mai kommt es bei Heine zu einem körperlichen Zusammenbruch,       |
|                  | er bleibt an die »Matratzengruft« gefesselt.                                            |
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| 1851          | »Romanzero« (Gedichte)                                                                      |
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| 1854          | »Vermischte Schriften«                                                                        |
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| 1855          | Beginn der französischen Übersetzung von Heines Werk bei Lévy           |
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| 1856          | Am 17.02. stirbt Heinrich Heine in Paris, wo er auf dem Friedhof             |
|                  | Montmartre seine letzte Ruhe findet.                                                     |
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Heinrich Heine. Neue Wege der Forschung, herausgegeben von
 
 
Stefan Bodo Würffel: Heinrich Heine. München 1989.
 Ralf Schnell: Heinrich Heine zur Einführung. Hamburg 1996.
 
Essen u. Trinken mit Heinrich Heine, herausgegeben von Jan-Christoph Hauschild. München 1997.
 Christian Liedtke: Heinrich Heine. Reinbek 1998.
 Albrecht Betz: Ästhetik u. Politik, Band 1: Heinrich Heines Prosa. Aachen 21999.
 Jan-Christoph Hauschild und Michael Werner: »Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst« - Heinrich Heine. Eine Biographie. Lizenzausgabe Berlin 1999.
 Fritz J. Raddatz: Taubenherz u. Geierschnabel - Heinrich Heine. Eine Biographie. Zürich 1999.

Universal-Lexikon. 2012.

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